Hamburger Politiker als DDR-Spione im Kalten Krieg. Ausstellung bis 25. Juni 2016 in Rostock

Nach Ende der Präsentation in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität geht die Ausstellung „Hamburger Politiker als DDR-Spione im Kalten Krieg“ auf Wanderschaft. In Kooperation mit der BStU-Außenstelle Rostock wird sie in der Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen U-Haft der Stasi/ DuG bis zum 25. Juni 2016 zu sehen sein.

Informationen hierzu: Ausstellungsflyer-BStU-Rostock

 

Im Jahr des 25. Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung zeigt die Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität die Ausstellung „Hamburger Politiker als DDR-Spione im Kalten Krieg“. Zur Besichtigung der Ausstellung laden wir Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein.

Die Ausstellung wurde am 3. November 2015 eröffnet.

Programm des Abends

Begrüßung
Professor Dr.-Ing. Gerd Scholl
Vizepräsident Forschung der Helmut-Schmidt-Universität

Thematische Einführung
PD Dr. Helmut Stubbe da Luz
Historiker, Kurator der Ausstellung

„Im Gespräch“
Roland Jahn
Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
„25 Jahre Deutsche Einheit. 25 Jahre Einsicht in die Stasi-Akten – Bilanz und Ausblick“

Eröffnung der Ausstellung
Dr. Jan-Jasper Fast
Direktor der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität

Besichtigung der Ausstellung

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Die Ausstellung
Spionage – Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln oder politische Kriminalität? Zehn Partei- und Verbandspolitiker in der alt-bundesrepublikanischen Spionage-Hochburg Hamburg, teils Abgeordnete, neun Männer und eine Frau (der älteste war Jahrgang 1915, einige leben noch), versorgten das Ostberliner „Mielke-Ministerium“ und die Nationale Volksarmee zwischen 1947 und 1990 mit Details vor allem über Hamburger Parteien und Gewerkschaften, aber auch über Polizei und Atomwirtschaft, über linke Studenten und „Republikflüchtlinge“. Der DDR fiel die Legitimation dieser Informellen Mitarbeiter nicht schwer – um heldenhafte „Tschekisten“ handele es sich (in der Tradition der frühsowjetischen Geheimpolizei), gar um „Kundschafter des Friedens“ (* s. unten).

Und die Realität? Boten die Hamburger sich an, wurden sie geworben oder gar gepresst? Dienten sie dem Frieden oder einem Unrechtsstaat, oder aber frönten sie auf einem Abenteuerspielplatz ihrem Ego? Wie flogen sie auf, wie sahen sie sich von ihren Organisationen, von den Medien, von der Justiz behandelt, oder – soweit sie vor 1990 „aus dem Operationsgebiet BRD zurückgezogen“ wurden – vom SED-Staat?

Die Ausstellung zeigt ein Kapitel Hamburger Geschichte im Kalten Krieg, aber auch einiges aus der Bandbreite zeitlos-menschlicher Verhaltensmuster der Spionage. Der reich illustrierte Begleitband bettet die Geschehnisse in größere Zusammenhänge ein, reflektiert Grundsätzliches zum Thema „Spionage und Politik“, bietet politische Kurzbiografien der Protagonisten sowie viele bislang unbekannte Dokumente – nicht zuletzt aus der Berliner „Gauck-Behörde“.

Kurator der Ausstellung: PD Dr. Helmut Stubbe da Luz, Hamburg

Öffnungszeiten:
Mo-Do 9-16 Uhr, Fr 9-14 Uhr (an Feiertagen geschlossen)
7. November 2015 „Nacht des Wissens“ 17-24 Uhr
Laufzeit der Ausstellung: 3. November 2015 bis 31. März 2016
Der Eintritt ist frei.

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Begleitprogramm zur Ausstellung:

7. November 2015, 18-22 Uhr: Kommentierte Ausstellungsführungen mit dem Kurator der Ausstellung, PD Dr. Helmut Stubbe da Luz, Hamburg
20 Uhr: Vortrag von PD Dr. Helmut Stubbe da Luz: Wie werde ich Spion? Lehren aus der Geschichte
(Angebot der Bibliothek im Rahmen der 6. Nacht des Wissens 2015 in Hamburg)

30. November 2015, 18 Uhr: Die Aufklärung der Nationalen Volksarmee und der Hamburger „Top-Spion“ Gerd Löffler
Vortrag von Oberstleutnant i.G. Dr. Wolfgang Schulenberg, Berlin

13. Januar 2016, 18 Uhr: Abgeordnete im Visier: DDR-Spione in bundesdeutschen Parlamenten
Vortrag von Dr. Georg Herbstritt, BStU, Berlin

3. Februar 2016, 18 Uhr: Spionageabwehr in Hamburg – vom Kalten Krieg bis zur Gegenwart
Vortrag von Guido Malburg, Landesamt für Verfassungsschutz, Hamburg

24. Februar 2016, 18 Uhr: Spionage in der Weltgeschichte
Vortrag von PD Dr. Helmut Stubbe da Luz, Historiker, Ausstellungskurator, Hamburg. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein für Geschichte des Weltsystems e.V. (VGWS).

22. März 2016, 18 Uhr: Aktuelle Fragen der Spionagebekämpfung aus juristischer Sicht
Vortrag von Joachim Lampe, Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof i.R., Karlsruhe. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Hamburgischen Richterverein e.V.

Bildnachweise:
© Hamburger Morgenpost / Erika Krauß
© Staatsarchiv Hamburg, Conti-Press
© www.mediaserver.hamburg.de / Christian Spahrbier

* Den Wortlaut eines Zeitzeugeninterviews mit Dieter Popp, Vorsitzender der Initiativgruppe Kundschafter des Friedens fordern Recht e.V., im März 2015 in der Bibliothek der HSU können Sie hier lesen: Interview-Dieter-Popp

 

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband: AusstellungsbegleitbandHH-DDR-Spione-COVER ISBN 978-3-86818-077-0   (Schutzgebühr 15,– €)   Ausstellungsbegleitband-INHALT