Selbstinszenierung und Ikonisierung. Wie entstand des Image von Helmut Schmidt? Vortrag

Die Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität lädt ein zu einem Vortrag von Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, Hamburg

Selbstinszenierung und Ikonisierung.
Wie entstand des Image von
Helmut Schmidt?

Mittwoch, 21. September 2022 • 18 Uhr

Gefragt, wie er sein immenses tägliches Arbeitspensum trotz seiner beinahe 90 Jahre schaffe, antwortete Helmut Schmidt in einem 2007 ausgestrahlten Fernsehfilm verschmitzt: „Willen braucht man. Und Zigaretten.“ Diese lakonische Aussage brachte die zentrale Lebensmaxime des mittlerweile als Ikone verehrten Bundeskanzlers „außer Dienst“ auf den Punkt. Zugleich bekräftigte Schmidt damit sein Image als disziplinierter Arbeiter, der aus Pflichtgefühl und aus Sorge um den Staat und das Gemeinwohl bis an seine persönliche Belastungsgrenze gehe.

Bei der Analyse von weiteren Etikettierungen für den bekannten Sozialdemokraten wie „Schmidt-Schnauze“, „Macher“ oder „Weltökonom“ sind zwei Ebenen zu unterscheiden: das Selbstbild und die Inszenierungsbereitschaft des so bezeichneten Politikers auf der einen und das Ausmaß der Fremdstilisierung und Ikonisierung auf der anderen Seite. Im Kern geht es in diesem Vortrag um das Image von Helmut Schmidt. Wo liegen die Wurzeln der schmidtschen Selbstinszenierung, folgte er bestimmten Vorbildern und welche habituellen Eigenheiten bildete er aus? Inwieweit wirkten die Medien imageprägend oder -verstärkend? Welche Entwicklungsphasen und Kristallisationspunkte lassen sich ausmachen? Veränderte sich das öffentliche Bild von Schmidt und erhöhte sich dessen Reichweite?

Meik Woyke. Foto: Michael Zapf

Meik Woyke, geb. 1972, Dr. phil., Historiker; seit 2019 Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung; zuvor 2007–2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter, seit 2012 Referatsleiter für Public History im Historischen Forschungszentrum/Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Mitherausgeber der Fachzeitschrift „Archiv für Sozialgeschichte“. Lehraufträge an der Universität Hamburg und der Universität zu Köln.

Bei dem Vortrag handelt es sich um eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Extreme Situationen, schnelle Entscheidungen“. Helmut Schmidt gegen Sturmflut und RAF-Terror, die noch bis zum 30. September 2022 in der Bibliothek der HSU präsentiert wird. Der Eintritt ist frei.

 

https://ub.hsu-hh.de/termine/extreme-situationen-schnelle-entscheidungen-ausstellung/