Weiße Rose und Widerstand. Themenabend

Im November ist der Hans-Scholl-Biograf Dr. Robert Zoske zu einem Themenabend zu Gast in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität.

Weiße Rose und Widerstand
Themenabend

Die Bibliothek lädt herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Sie begleitet die Ausstellung „Weiße Rose. Der Widerstand von Studenten gegen Hitler München 1942/43“, die noch bis 6. Dezember 2019 in der Bibliothek der HSU präsentiert wird. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 13. November 2019 • 18 Uhr
Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität
Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg

Programm des Themenabends
• „Widerstand als ethische Kategorie“ (Kurzreferat von Prof. Dr. Ewald Stübinger)
• „Warum widerstand die Weiße Rose?“ (Kurzreferat von Dr. Robert Zoske)
• Die Referenten im Gespräch mit dem Journalisten Marco Heinen
• Diskussion mit den Gästen (Moderation Marco Heinen)

Die Weiße Rose. Vorbild – wofür?
Wie die militärische Opposition im Dritten Reich erinnerungspolitisch nur sehr langsam anerkannt, dann aber umso heftiger überhöht und überfrachtet wurde, wird auch heute das Reden über den Widerstand der Weißen Rose an die jeweilige gesellschaftliche Problemlage angepasst. Als Reaktion auf die öffentliche Meinung, politische Programme oder soziale Desiderate steht die Gruppe dann beispielhaft für sozialistischen Antifaschismus, westliche Demokratie, aufgeklärten Humanismus, eine offene Gesellschaft, für Toleranz, Philosemitismus, Natur- und Klimaschutz, nationalen Konservativismus oder internationalen Europäismus. Sind das adäquate Aktualisierungen oder verfehlte Instrumentalisierungen?
Warum und wofür die Weiße Rose ein Vorbild ist – darüber werden die evangelischen Theologen Dr. Ewald Stübinger, Professor an der Helmut-Schmidt-Universität, und Dr. Robert M. Zoske, Autor von „Flamme sein! Hans Scholl und die Weiße Rose“, diskutieren. Moderieren wird das Gespräch Marco Heinen, Journalist und Pressesprecher des Kirchenkreises Ostholstein.

Robert Zoske, Foto: Frederika Hoffmann

Dr. phil. Robert M. Zoske, in Schleswig-Holstein geboren und aufgewachsen, war von 1986 bis 2017 Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. 2014 wurde er an der Fakultät Geistes- und Sozialwissenschaften der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg zum Dr. phil. über den christlich motivierten Widerstand von Hans Scholl promoviert („Sehnsucht nach dem Lichte – Zur religiösen Entwicklung von Hans Scholl – Unveröffentlichte Gedichte, Briefe und Texte“, München, 2014). 2018 publizierte er seine Biografie über den Freiheitskämpfer: „Flamme sein! Hans Scholl und die Weiße Rose“ (München, 2018).

Ewald Stübinger, Foto: Privat

Prof. Dr. theol. Ewald Stübinger, in Bayern geboren und aufgewachsen, ist evangelischer Theologe und seit 2007 Professor für Evangelische Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialethik und der Theologiegeschichte an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg. Mit einer Arbeit über die Theologie Carl Daubs als Kritik der positionellen Theologie wurde er 1990 in Wien promoviert. In seiner Habilitationsschrift aus dem Jahre 2005 befasste er sich mit zeitökologischen und theologischen Perspektiven einer Ethik der Energienutzung.